TRAUMJOB: First Class Weltreise!

Aktualisiert: 28. Okt 2020

Filmemacher & Fotograf Chris Kueper reist für Reiseunternehmen um die Welt.

Im ersten Teil erfahrt ihr alles von der Reise in den USA 2019.

Es ist wohl der Traumjob eines jeden Filmemachers und Fotografen. Eines Tages kommt eine Agentur auf dich zu und fragt, ob du für diese einmal um die Welt fliegen willst, um Hotels zu fotografieren und von den Destinationen Videos zu drehen - Das ganze aber bitte in First Class! Ein Genuss in den ich vermutlich so schnell nicht mehr kommen werde, wenn man bedenkt, dass ein Flug um die 10.000 USD kosten kann. In 46 Tage reiste ich von Deutschland nach Amerika, Asien und Australien. Eine verrückte Reise, voller Höhen und Tiefen auf die ich dich hier gerne mitnehmen will. Ich versuche vieles aufzugreifen, was ich erlebt habe, aber natürlich kann ich innerhalb dieses Beitrags nicht die ganze Facette der Reise wiederspiegeln. Fangen wir zunächst mit meiner Vorbereitung an:


Chris Kueper Plane Wrack Iceland

Alleine zu reisen bedeutet für gewöhnlich den Backpack stets dabei zu haben und nur wenig Gewicht mit sich herumtragen zu können.

Ich entschied mich für die LUMIX GH5s und die G9 mit vier Linsen für diesen Trip, um immer die passende Kamera und Brennweite parat zu haben!


Das erste Mal First Class

Ich betrete die First Class Lounge der Lufthansa und werde mit meinem First Class Ticket behandelt wie ein nobler Hotelgast. Ein reichhaltiges Buffet ist aufgebaut, eine ruhige Stimmung herrscht und wenn mir danach wäre, könnte ich bereits um 11:00 Uhr morgens einen Whisky an der Bar nehmen. Vor der Bar waren Gummibärchen nach Farben sortiert. Beinahe surreale erste Erlebnisse für mich als einfach-reisenden Filmemacher eröffneten sich.

Der erste Flug in der First Class steht an. Ich trinke noch meinen Cappuccino und bekomme plötzlich von einer freundlichen Dame den Hinweis, dass der Fahrer nun bereit ist mich zum Flugzeug zu fahren. "Fahrer?!", entgegnete ich. "Ja genau, unten wartet ein Porsche auf Sie Herr Kueper." Dieser fuhr mich zwei Runden um die das Flugzeug, damit ich besondere Aufnahmen machen konnte und trug meinen Rucksack bis zum Eingang der Boeing 747.

Lufthansa First Class Lounge FFM

Im Flugzeug angekommen, wurde mir mein Sitz erklärt, der Wifi-Zugang ausgehändigt (Ja ich konnte auf dem Flug entspannt mit Freunden und Familie bei WhatsApp kontakt halten!) und gefragt, was ich gerne von der Speisekarten haben möchte. Es waren 6 Plätze in der First Class. Ich ging nicht nach rechts wie sonst, als ich das Flugzeug betrat, sondern die Stewardess führte mich links entlang, in der zweiten Etage der Maschine befand sich mein Platz direkt schräg-vorne über dem Cockpit. Der Flug ging nach Los Angeles mit kurzem Zwischenstopp in Houston, Texas. In LA wartete mein Freund Rob Cavedo auf mich, welchen ich damals bei einer Europa-Reise getroffen habe. Nachdem ich nun Deadpool zum 17x gesehen und vorzüglich gespeist hatte, wie ich es nur aus Sterne-Küchen kannte, war ich müde und fragte die Stewardess, wie ich meinen Sitz zurückstellte. Sie brachte mein Sitz im Handumdrehen in die Liegeposition und ruckzuck hatte ich ein Bett - Ja ein Bett im Flugzeug - verrückt. Die anderen Gäste schauten mich bereits etwas komisch an, als ich alles mit meinen zwei Kameras filmte und fotografierte. Meine Mitreisenden waren im wesentlichen Geschäftsleute, welche an ihren Laptops Excel-Tabellen bearbeiteten und Mails schrieben - vermutlich CEOs diverser AGs.

Lufthansa First Class Flight

Der Zwischenstopp in LA brachte einige schöne Momente beim Wiedersehen mit Rob mit sich, doch da möchte ich gar nicht lange drauf eingehen. 24 Stunden in LA waren bei weitem nicht genug für meine Gier nach Informationen und Eindrücken, welche ich von der Stadt erleben wolle. Rob fuhr mich durch komplett Los Angeles und zeigte mir die Touristen-Highlights, welche man mal gesehen haben muss. Santa Monica, Chinese Theather, Hollywood Signs usw. - das volle Programm.


Destination Los Angeles

Next Stop Las Vegas

Es ging am nächsten Tag weiter nach Las Vegas. Hier war ich im Wynn Las Vegas untergebracht. Ich hatte einen kurzem Trip zum Gran Canyon, diesen erspare ich euch. Las Vegas reizte mich überhaupt nicht und ich musste erneut feststellen, dass die Natur mich deutlich mehr fasziniert als eine in der Wüste errichtete Geisterstadt. In meinen Augen ist Las Vegas der Ballermann Amerikas für Spielsüchtige. Eine Stadt ohne Seele.

Aber genug der Kritik, das Hotel war hervorragend und da lass ich die Bilder für sich sprechen.

Destination Las Vegas

Las Vegas hat für die Kamera, so wenig ich die Stadt auch mag, schöne Spots zu bieten. So bin ich z.B. am Tag 2 in den Stratosphere Tower, welcher Höher ist als der Eifelturm. 350m weit über dem Boden ragt eine Achterbahn auf dem Dach + ein Drehrestaurant in den Himmel. Den Brunnen mit Lichtershow am Bellagio und das Las Vegas Sign noch schnell gefilmt und weg aus der Stadt.


Next Stop San Francisco

Angeschlagen von der Klimaanlage aus Flugzeug und Hotel konnte ich einen Punkt meiner bucketlist abhacken: Mit dem Fahrrad über die Golden Gate Bridge zu fahren! Am Viewpoint bei der Golden Gate traf ich dann Dennis, einen Niederländer, der in SF studierte und dort sein Leben gerade begann. Ein netter junger Bursche war das, noch heute sind wir bei Instagram in Kontakt. Noch kurz die Straßenbahn angesehen Lombard Street und direkt weiter zum Flughafen.


Destination San Francisco

Next Stop Kona - Hawaii

So gerne ich auch noch mehr Zeit in San Francisco verbracht hätte, umso mehr musste ich meinen Flug nach Hawaii erwischen. Keine 6 Stunden konnte ich in der schönen Stadt verbringen. Auf dem Flug nach Kona lernte ich dann eine Amerikanerin kennen, welche mich einlud sie zu besuchen, falls ich noch ein wenig Zeit hätte. Ich glaube ihr Name war Margret, ihr gehörte ein Café an der Westküste Konas.

Auf dem kleinsten Flughafen, den ich jemals gesehen habe, verabschiedete ich mich von ihr und bin direkt zu meinem Hotel - dem Waikoloa Beach Marriott Resort & Spa.

Erst bei Nacht hatte ich die Möglichkeit das Hotel in seiner Facette ohne Menschen einzufangen. Der Betrieb tagsüber ließ mich nur überfüllte Räume und Flächen zeigen. Das Hotel bat mir einen wunderschönen Sonnenuntergang und ließ mich einmal mehr spüren, wie sehr ich der Natur verbunden bin. Das konnte ich an Tag 2 auf Kona auch direkt erleben und machte mich auf in den Norden, zu einem Wasserfall (siehe Video), welcher eine echte Sehenswürdigkeit sein sollte. Kona ist bekannt für seine klaren Himmel oben auf dem Vulkangebirge für die riesigen Teleskope der NASA und den Kaffeeplantagen an der Westküste.


Nachdem ich nun den Wasserfall erkundet habe und ein wenig den Flair der Insel aufnahm, musste ich sagen, dass mir sehr oft der Vergleich zu Island in den Sinn kam. Vulkanartige Landschaften, schwarzer Sand und raue Küsten - Island im beinahe tropischen Klima.


Ich überholte einige Fahrradfahrer, welcher vermutlich für den Iron Man auf Hawaii trainierten und hörte dabei Radio mit lokaler stereotypischer Hawaii-Musik, wie man sie erwarten würde auf der Insel. Margret und ich hatten eine Abmachung, wenn ich im Westen bin, sollte ich sie doch besuchen und das tat ich. Das Café lag auf der Straße, welche mit direkt zum Südkap der Insel führte, wo ich auf schöne Aufnahmen rund um die Küsten hoffte. Das Wetter spielte nur mäßig mit, lichtete sich aber, je weiter ich in den Süden vordrang.


Ich machte aber vorerst Halt in dem Café von Margret. Sie nahm mich höchst persönlich in Empfang und servierte mir selbstgemachten Kona-Kaffee. Ich wünschte ich könnte nochmal eine Tasse davon trinken, hervorragende Röstung, wie man sie in Europa so nicht kennt. Gestärkt fuhr ich weiter Richtung Süden. Das Südkap ließ mich keine Drohne aufsteigen, dafür war der Wind zu stark und ich musste mich mit Bodenaufnahmen zufrieden stellen. Ich fuhr zurück zum Hotel und laß eine letzte original hawaiianische Bowl, bevor ich zu Bett ging.

Destination Kona | Hawaii

Next Stop Oahu | Hawaii

3 Tage auf Kona genügten leider nicht, aber ich reiste weiter nach Oahu, genauer in die Hauptstadt Honululu, wo ich im Hyatt Regency Waikiki Beach Resort And Spa zwei Nächte verbringen sollte. Kaum angekommen, schnappte ich mir den Mietwagen und eilte zu den Koko Crater Stairs (Summit). Ich, voller Energie, lud mein Backpack mit allen Kameras, Drohnen und Akkus voll die ich finden konnte, denn nun war ich ja endlich auf Oahu, die Insel über die ich schon so viel gelesen habe. Ein großer Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Fix und fertig kam ich oben an. Die Strecke ist teilweise nichts für Anfänger und ein wenig Gleichgewicht ist gefragt. Der deutsche TÜV würde das so nicht abnehmen, das stand fest. Oben angekommen, fing es an zu Regnen, ich fühlte mich nicht sonderlich willkommen von Oahu. Schweißgebadet begann ich bei Regen den Abstieg und fiel Hundemüde ins Bett.

Am nächsten Tag schnappte ich mir Frühstück und macht mich auf in Richtung Ostküste, wo ich auf Landschaften und Klippen hoffte, doch zuvor wollte ich in den Regenwald und ja es regnete - Deswegen heißt er ja auch Regenwald. Erneut musste ich Berge im Urwald besteigen und hatte aus meinen Fehlern mit dem Gepäck nicht gelernt. Jetzt war aber der Boden zusätzlich noch matschig und rutschig.

Destination Oahu | Hawaii

Oahu ließ mir nur zwei Tage Platz in meinem straffen Zeitplan der Weltreise.

Es ging am nächsten Tag früh morgens über Japan (Tokio) nach Hong Kong. Hier erlebte ich eine kleine Faszination, welche vollkommen logisch ist, aber dennoch bemerkenswert:


Während ich am 15.04.2019 um 16:30 Ortszeit von HNL auf Hawaii losflog, landete ich am 16.04.2019 einen Tag später um 20:00 Uhr in Tokio. Bei einem Flug, welcher nur 8,5 Stunden dauerte bin ich rund 20 Stunden in der Zeit vorwärts gereist! Verrückt, oder?


Und mit diesem kleinen Gedankenspiel endet auch Teil 1 meines Berichts für die Reise rund um die Welt.


TEIL 2 der Weltreise 11/2020 online