Review: 85mm f1.8 Panasonic LUMIX

Aktualisiert: Apr 10

Sie ist da! Die neue 85mm Linse von Panasonic LUMIX, welche sich in die Serie der L-Mounts einreiht und den Verbund von Leica und Sigma verstärkt. Es gibt vieles über das ich in diesem Review sprechen möchte und ich habe viele Aufnahmen mitgebracht. Vorab berichte ich kurz von den Ankündigungen der L-Mount Roadmap und weiter unten findest du alles zum neuen Prime.


Neue Roadmap

Panasonic veröffentlichte vor kurzem erst die LUMIX-S5, die neue vollformat hybrid-Kamera mit einem L-Mount. Knapp 2 Monate später erscheint nun das 85mm f1.8 Objektiv auf das einige gespannt gewartet haben, aber das ist nicht das einzige was Panasonic demnächst auf den Markt bringt: https://leicarumors.com/wp-content/uploads/2020/09/Panasonic-L-mount-lens-roadmap-1.jpg


2021 sind vier weitere Linsen geplant, 24mm, 35mm, 50mm f/1.8, und 70-300mm f/4.5-5.6

Quelle: https://www.exibartstreet.com/wp-content/uploads/2020/09/panasonic-add-five-new-l-mount-lenses-to-their-lens-roadmap-exibart-street-photography-00.jpg


Was direkt auffällt ist die einheitliche Größe der Primes. Doch wozu ist das gut?

Wenn Festbrennweiten alle beinahe den gleichen Eigenschaften in Größe und Gewicht unterlegen sind vereinfacht das die Arbeit am Set enorm. Hierzu möchte ich ein paar Beispiele auf der Praxis geben:


Nehmen wir mal das Gimbal, welches vorab minitiös kalibriert wird. WIr beginnen die Aufnahmen mit einem Weitwinkel (24mm) und wollen nun auf das 50mm Prime wechseln. Durch die Einheitsgröße sind wir sofort Drehbereit, ohne auch nur eine minimale Neujustierung des Systems vorzunehmen. Zeitersparnis am Set, wie man sie sich wünscht.


Einheitsgrößen sind bereits bei Cine-Primes geschätzt und nicht wegzudenken. Diese sind mit einem Zahnring ausgestattet, welchen man auf die neuen Primes adaptieren kann. Möglich wäre ein Infinity-Ring von Tilta oder ein 3D-Druck von followfocus.com. Der Follow Fokus sitzt genau. auf der Stelle, wo er zuvor angebracht war und auch hier muss keine neue Einstellung am System nach einem Objektivwechsel unternommen werden.


Hinzu kommt die einheitliche Filtergröße von 67mm an allen vier Festbrennweiten. Wer nicht mit Mattebox oder Stepup-Stepdown-Ringen arbeiten möchte, der wird sich über genau diese Eigenschaft freuen. Aber genug von der Roadmap - wir wollen uns das neue Objektiv mal genauer anschauen:


LUMIX S 85 mm F1.8

  1. Unboxing

  2. Bauweise

  3. Der Look der Linse (Bokeh)

  4. Bildqualität

  5. Preis

  6. Fazit

1 Unboxing

In der Verpackung kommt neben der Linse, ein Objektivdeckel, ein Linsendeckel und eine Lenshood. Die Gebrauchsanweisung ist ebenfalls dabei, aber die werdet ihr eher weniger benötigen. Der erste Eindruck ist super! Es liegt gut in der Hand und fühlt sich sehr solide an.

Doch dazu mehr beim nächsten Punkt Bauweise.

Screenshot aus dem Video


2 Bauweise

Gewohnt hervorragende Qualität aus dem Hause Panasonic LUMIX. Das Objektiv reiht sich in die L-Mount-Serie ein und bietet eine gleichwertig solide Verarbeitung. Ein Mix aus Leichtbau und Wertigkeit. Man möchte am liebsten direkt mit der Kamera und einem Model loslegen.

Hier ein paar Fakten zur Linse:

  • Anschluss: L-Mount

  • Größe / Länge: 82mm

  • Gewicht: 375g

  • Maximale Blende: 1.8

  • Minimale Blende: 22

  • Fokus: ab 80cm bis unendlich

  • Bildwinkel: 29°

  • Konstruktion: 9 Elemente in 8 Gruppen (2 ED Linsen)

  • Filtergröße: 67cm

  • Staub und Spritzwasserschutz: Ja

  • Kälte- und Wärmeresistent: -10° bis 40°

Autofokus und Manuell Fokus sind am Objektiv mit einem kleinen Schalter einstellbar.

Der Fokusring lässt sich leicht bedienen und gleitet Butterweich von A nach B.

Kompatibel mit der L-Mount-Serie und ab einer Sensorgröße von 35mm (full-frame) deckt die Linse alles ab.


Eine Besonderheit der Panasonic S-Serie: Hier lässt sich die Art und Weise der Fokussierung einstellen. Um genau zu sein: Wie der Fokusring auf die Drehung reagiert. Doch wozu das ganze?

Für die Filmemacher unter uns ist das ein riesen Vorteil. Hierdurch lässt sich jede Linse zu einer Cinelinse quasi umfunktionieren, was im Zusammenhang mit der Roadmap und den zu erwartenen Primes einfach genial ist. Im Lumix Menü hat man die Möglichkeit auf Non-Linear zu stellen, damit arbeitet man im gewohnten Bereich, schnelle Drehung an dem Fokusring verursachen auch schnelle Fokuswechsel. Dann gibt es die Funktion Linear: Hier ist bei der Strecke von Fokuspunkt A zu B immer die selbe Distanz auf dem Fokusring zurückzulegen. Hierdurch wird beim Ziehen des Fokus eine viel genauere Arbeit möglich., da sichd er Fokuspuller, oder du als Kameramann, Marker beim Fokus setzen kannst, um genau dort wieder zu landen. Zusätzlich kann man sich die Distanz im Menü selber definieren. Ich bin froh, dass diese Kommunikation mit dem neuen 85mm Prime funktioniert, ein unglaublicher Mehrwert.

Ich persönlich mag den Look der S5 zusammen mit dem 85mm Prime. Man merkt hier deutlich, dass sich Japan Gedanken gemacht hat, wie das Zusammenspiel zwischen Größe und Gewicht im Einklang mit der S5 steht. Die S1H zum Beispiel erhält zu den anderen Linsen eine deutliche Reduzierung der Größe und des Gewichts und ist auch hier für Schüsse aus der Hand noch besser geeignet. Hier hat Jemand seine Hausaufgaben gemacht.


Die Wetterbeständigkeit der Linse ist ebenfalls typisch Lumix:

Wie bei den Kameras bietet auch das 85mm Prime gewohnten Schutz gegen Staub, Spritzwasser und ist Kälte und Wärmeresistent. LUMIX baut Kameras und Linsen für jeden von uns. Egal ob Tier, Landschaft, Portrait, Architekture oder Sport, mit den Eigenschaften ist es bei Wind und Wetter möglich die Kamera zu benutzen und auch in schwierigen Situationen beste Ergebnisse zu erzielen.


3 Der Look der Linse (Bokeh)

Bevor ich hier viel schreibe, lass ich vorerst die Bilder für sich sprechen.


Blende: 3,2

Shutter: 1/1250

ISO: 200


Blende: 2.0

Shutter: 1/640

ISO: 400


Blende: 1.8

Shutter: 1/4000

ISO: 1600


Blende: 2.8

Shutter: 1/15

ISO: 800


Blende: 2.5

Shutter: 1/100

ISO: 250


Die 1.8 Blende verwandelt alles in ein butterweichen schön weichen Hintergrund. 85mm: Die perfekte Portraitlinse wird ihren Anforderungen mehr als gerecht. Auch die einfallenden Lensflares und damit verbundene Lichtbrechungen überzeugten mich sehr. Auch offenblendig habe ich hier hervorragende Ergebnisse erzielt.


Wenn man sich das Bokeh mal separat anschaut, fällt auf, dass zum Rand des Bildes das runde Bokeh gedrückt wird und eher eiförmig erscheint. Dadurch wirkt das Bokeh leicht "swirly" als wie ein kleiner Strudel. Dieser Effekt ist bei dem 85mm hier gering, ich habe bereits andere Objektive erlebt, wo dieser Effekt sehr viel stärker auftritt. Persönlich mag ich es, wenn das Bokeh verschiedene Formen annimmt und dem Bild so mehr Dynamik verleiht, dass ist aber meine persönliche Meinug.


4 Bildqualität

Wie bei fast Jedem Objektiv besitzt auch die 85mm Linse eine Verzeichnung in den Rändern des Bildes. Die Vignette wird intern in der Kamera kompensiert, sodass man sich bei der Postproduktion keine Gedanken mehr machen muss. Die Verzeichnung bei Blende F1.8 ist bei genauer Betrachtung sichtbar, aber nur schwach wahrnehmbar. Ab Blende 2.8 festigt sich diese Verzeichnung zu beinahe nicht mehr sichtbarer Verzeichnung. In manchen Szenarien hatte ich eine leichte chromatische Aberration vorliegen, welche mit 2 Klicks in Lightroom entfernt waren, dennoch sollte ich das erwähnen. Zusammengefasst bin ich also sehr zufrieden mit der Qualität.

5 Preis

Bei der Vorstellung der Roadmap gab Panasonic das versprechen ab, dass die neuen Primes in gleicher kompakter Bauweise alle unter 1000,00 Euro auf den Markt kommen werden. Mit einem Preis von nur 632,64 EURO inkl. 16% MwSt ist Panasonic das auch gelungen.

(Im nächsten Jahr wieder bei 19% liegt, wird es 649,00 Euro)


Vergleicht man das Objektiv mit anderen 85mm Primes fällt z.B. bei dem Sigma AF 85mm f/1,4 DG DN ART L-Mount auf, dass hier mit 1099,00 Euro beinahe der doppelte Preis für ein ähnliches 85mm aufgerufen wird.


6 Fazit

Im Vergleich zu anderen 85mm Portrait-Linsen ist Panasonic in meinen Augen ganz vorne mit dabei. Klein, kompakt, Leistungsstark wie die S5. Ich denke die Bilder sprechen für sich in den Punkten Bildqualität und Bokeh. Durch die angelegte Einreihung in die Roadmap ist das 85mm erst der Startschuss für eine Reihe von Festbrennweiten, in welche es sich einreiht. Durch die Zusatzfunktionen wie Non-Lineare-Fokussierung und Staub-, Spritzwasser und Staubschutz hebt es sich in meinen Augen von der Konkurrenz ab und ist eine Vollformatlinse auf die viele Nutzer der S-Serie gewartet haben. Aber auch Sigma und Leica Photographen kommen hier nicht zu kurz. Eine Profi-Portrait-Linse für einen mehr als fairen Preis.


Die 85mm Festbrennweite von Panasonic LUMIX gehört nun zu meinen must-haves!



Weiterführende Links


Infos zur S-Serie:

https://www.panasonic.com/de/consumer/foto-video/lumix-s-wechselobjektivkameras.html


Objektive mit L-Mount von Panasonic

https://www.panasonic.com/de/consumer/foto-video/lumix-s-objektive.html


Weitere Information zur LUMIX-S5


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